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Modetänze

Argentinischer Tango

Der Name argentinischer Tango ist eigentlich nicht ganz korrekt, denn der Tango ist rund um den Rio de la Plata entstanden, in Buenos Aires und Montevideo, den Hauptstädten von Argentinien und Uruguay. Aber außerhalb von Südamerika hat sich der Name argentinischer Tango (auch Tango Argentino) eingebürgert, um die Musik und besonders den Tanz vom "internationalen Tango" oder auch "Standard Tango" zu unterscheiden.

Blues

Der Blues ist ein afroamerikanischer Tanz und wird den "Latein- und nordamerikanischen Tänzen" zugeordnet. Er entstand zu Beginn dieses Jahrhunderts in Nordamerika, ist seit 1920 in Europavertreten. Obwohl der Blues Stil schon auf die Jahrhundertwende zurückgeht, kamen die Blues Melodien erst nach dem 1. Weltkrieg zu uns nach Europa. Der Blues ist ein ruhiger, um 1920 aufgekommener Tanz, mit weichen Bewegungen und Schleichschritten, entlehnt aus dem Foxtrott. 1923 gab es in England den ersten Blues Ball. Der Blues wurde in den zwanziger Jahren als Turniertanz erprobt, aber schließlich vom Slowfox verdrängt. Um 1927 entstand der Yale Blues als Variante des Blues. Von der Geschwindigkeit her muss der Blues Tanz von der Blues Musik unterschieden werden. Die Blues Musik kann auch sehr schnell gespielt werden, während der Blues Tanz sich für alle sehr langsamen 4/4Takte eignet, zu denen man noch keinen Quickstep tanzen kann.

Charleston

Er ist eine Mischung aus Ragtime-Tanz und Foxtrott. Benannt nach der Hafenstadt Charleston in South Carolina kam er 1925 - eingeführt durch Josephine Baker - nach Europa. Die euphorische Begeisterung ließ 1927 wieder nach. Danach blieb er Symbol der Tanzlust der zwanziger Jahre, was in erster Linie auf die unverwechselbaren Tanzbewegungen - das Drehen auf den Fußballen, die X- und O-Beine und das Schleudern der Füße - zurückzuführen ist. Der Original-Charleston, der in Charleston entstand, war eigentlich ein Schautanz mit vier Bewegungskomponenten: Schrittfolge im 1/4-Rhythmus, Drehung am Ballen mit Kniebeugen im 1/8-Rhythmus und das Auf- und Abwippen im 1/16-Rhythmus. Durch Abschwächung der künstlerischen Komponente wurde er schließlich für die Allgemeinheit zugänglich. Typische Tanzfiguren sind: Grundschritt, Vor und Zurück, Linksdrehung, Rechtsdrehung, Gehschritt, Promenade, Wischer, Point, Kick, Stomp.

Disco Fox

Ein Modetanz, der sich über Jahre hindurch nicht verändert hat, also ein "Standard"- Disco-Tanz.

Disco Hustle

Der Hustle ist kein einzelner Modetanz, sondern ein in zahlreichen Varianten verbreiteter Disco-Tanz. Er ist nach 1975 in den USA entstanden. Der Disco- oder Continental-Hustle wurde zu Disco-Sound getanzt. In Deutschland wurde er Philadelphia-Rock genannt. Seit 1979 gibt es den International- oder Three-Count-Hustle, dieser hat Ähnlichkeit mit dem Disco-Fox, wird aber weniger federnd als der Latin-Hustle getanzt. Durch die Vermischung des Disco-Fox mit den Hustle-Arten hat sich der heutige Disco-Hustle herausgebildet. Er ist Bestandteil des Welttanzprogrammes. Davon grundsätzlich zu unterscheiden sind die Kalifornischen Hustles, sie sind ausnahmslos Linientänze. Dazu gehören: Night Fever, Brooklyn Bus Stop, L.A. Hustle, L.A. Bus Stop.

Mambo

Geschichte: Der Mambo war ursprünglich keine Bezeichnung für einen Tanz, sondern ein afrokubanisches Wort für Polymetrie und geht auf rituelle Handlungen versklavter Afrikaner aus dem Kongo zurück. Der Mambo entstand aus dem Son und dem Danzon. Im Refrain des Son tauchten erstmals neuartige Rhythmen auf, die sich schließlich verselbständigten. Für die Ausprägung des modernen Mambos war die Konfrontation der kubanischen Folklore mit der Jazz-Musik von nachhaltigem Einfluss. 1939 gab es eine Komposition mit dem Namen "Mambo", die für den Tanz namensgebend gewesen sein dürfte. Der Mambo wurde während des Zweiten Weltkrieges von kubanischen Musikern nach New York gebracht und kam von dort aus 1955 nach Europa. Perez Prado verhalf dem Tanz mit dem "Rio Mambo" zum endgültigen Durchbruch. Dem Stil nach ist er eine Art Rumba-Swing. Aufgrund seiner rhythmischen Kompliziertheit wurde er jedoch bald vom Cha-Cha-Cha und der in England choreografierten Kubanischen Rumba, die auf dem Mambo aufbaut, verdrängt. Nachdem er jahrzehntelang in Vergessenheit geraten war, hat im Jahre 1987/88 eine Filmwelle den Mambo wieder ins Bewußtsein gebracht. Mit den Filmen "Dirty Dancing" und "Salsa" wurde der Mambo in erotischer Form wieder auf das Tanzparkett geholt. Tanzausführung: Die Musik ist mäßig schnell im 4/4 Takt mit cirka 45 Takten/Minute notiert. Der Tänzer beginnt auf 2 mit dem linken Fuß vorwärts. Die Hüften werden bei 2 und 4 ruckartig bewegt. Für den Europäer ist der Mambo nur mit viel Übung zu erlernen. Er enthält auch eine erotische Komponente, die besonders in einem Nachfolgetanz, dem Salsa, stark zum Ausdruck kommt. Typische Mambo-Figuren sind: Grundschritt (Basic Movement), Kreuzkörperführung mit und ohne Drehungen (Cross Body Lead), Rechtskreisel (Natural Top), Muschel (Scallop).

Swing

Unter dem Sammelbegriff "Swing" versteht man eine Reihe von wilden Tanzformen in den dreißiger und vierziger Jahren, hervorgerufen durch die spektakulären Spielformen der damaligen Big-Bands. Er ist im Prinzip kein spezieller Tanz, sondern nur eine neue Art, sich beim Tanzen zu bewegen. Die Geschichte des Swing beginnt nach dem ersten Weltkrieg mit der Ausbreitung der Dixieland-Musik und der immer größer werdenden Orchester. Der Texas Tommy um 1909 gilt als der älteste Swing-Tanz. Das depressionsgeplagte Amerika hatte vorerst für die mitreißende Big-Band-Musik wenig übrig. Die jüngere Generation aber, die nach einer Alternative zum Foxtrott suchte, verhalf dem neuen Sound, der sich sukzessive zum Durchbruch. Benny Goodman setzte mit seiner Amerikatournee 1935 eine neue Tanzleidenschaft in Gang, welche die Amerikaner bis Ende der 40er Jahre in ihrem Bann hielt. Um in den "Dance Halls", in denen sich oft bis zu tausend Tänzerinnen und Tänzer vergnügten, gehört zu werden - es gab zu jener Zeit weder Tonanlagen noch Verstärker - wurden die Blasinstrumente der Dixieland-Bands, je eine Trompete, Posaune und eine Klarinette, einfach vervielfacht.
Europa wurde von der Swing-Ära wenig tangiert, herrschte doch in dieser Zeit Krieg, und Swing-Tanzen war während der nationalsozialistischen Herrschaft verboten.

Die Entwicklung der Swing-Tänze

1920s


Der Break Away ist zu Beginn der zwanziger Jahre als Tanz schon dem Lindy Hop sehr ähnlich, dieser wurde anfänglich als Hop bezeichnet. Es waren der Gleitschritt Banana's Slide und Hucklebuck Bestandteile dieser Tanzart. Der Name "Lindy" wurde erst 1927 im New Yorker Savoy Ballroom dem "Hop" hinzugefügt - angeblich zum Gedenken an Lindbergh's berühmten Flug über den Atlantik.


1930s


Aus dem Lindy Hop entwickelten sich weitere Tanzformen. Zur Unterscheidung zum Country-Western-Swing wird die Tanzform zur Swing-Musik als West Coast Swing bezeichnet. Der D.C. Swing ist eine Variante des West Coast Swing. Weitere Tanzformen sind der Balboa, der Lindy Shag, Suzie-Q, Truckin', Peckin'. Im Laufe der dreißiger Jahre wurde auch die weiße Bevölkerungsschicht auf jenen begeisternden und energiegeladenen Tanzstil aufmerksam. Sie bezeichneten diesen Tanz oftmals als "Jitterbug". Zu dieser Zeit bildeten sich auch die Shags heraus: Der St-Louis-Shag zu sehr schneller Musik, der Carolina Shag, der eher dem West Coast Swing gleicht, und der Kansas City Shag. Der Prep Step ist eine Shag Variante. 1937 entstand der Shim Sham.


1940s


Es entwicklten sich der Flying Lindy (ein West Coast Swing zu schneller Musik), der der Jive und der Boogie Woogie heraus. Der Whip entspricht etwa dem West Coast Swing. Weitere Tänze sind der New Yorker, der Bop, Bebop und Jamaica, als Varianten des Lindy Hop.


1950s


Der East Coast Swing oder Triple Swing entsteht aus Lindy Hop und Jitterbug als Kombination zwischen 6 und 8-count Rhythmus. Jive wird die internationale Version des East Coast Swing. Der Imperial ist eine Variante des East Coast Swing. Der Country-Swing ist ein Mittelding zwischen East Coast Swing und West Coast Swing. 1954 entsteht der Rock'n'Roll, die europäische Variante des Swing. Der Arthur Murray Shag ist ein Teil des East Coast Swing und hat nichts gemein mit den Shags der dreißiger Jahre. Der Bugg ist eine schwedische Form des Lindy Hop.


Spätere Formen


Zwischen 1970-1975 entstehen die Hustles, der Push and Pull, der Supreme Swing und die französische Form Le Roc (Ceroc), eine ganz einfache Variation des Swing. Seit 1987 wird in Schweden der Double Bugg getanzt, eine kleine Formation mit 2 Damen und 1 Herren.